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Kulinarischer Knigge - Grundregeln der Tischkultur


Einige Grundregeln

Immer noch haben die altbekannten Tischregeln ihre Gültigkeit: gerade sitzen; die Gabel wird zum Mund geführt, nicht umgekehrt; Ellenbogen nicht aufstützen usw. Die Serviette gehört beim Essen auf den Schoß, nicht etwa an den Hemdkragen. Sollte man während des Essens aufstehen, wird sie locker auf den Stuhl gelegt (saubere Seite nach oben). Sobald man mit dem Essen fertig ist, wird die Serviette zusammengefaltet auf den Tisch gelegt, Papierservietten dürfen auch auf den Teller.

Als absolute Unsitte gelten: Kaugummi kauen, Flüstern/Tuscheln, Telefonieren, Schuhe unter dem Tisch ausziehen, Schlürfen, Schmatzen, Rülpsen usw.

Rauchen - nie während des Essens! Bis zum Kaffee sollte keinesfalls geraucht werden. Aber: wo ein Aschenbecher steht, darf geraucht werden. Der Raucher sollte jedoch die am Tisch Anwesenden fragen, ob er rauchen darf. Die Nichtraucher hingegen sollten den Aschenbecher nicht für andere Abfälle benutzen.



Zu Gast im Restaurant

Haben Sie das auch schon erlebt? Man betritt ein nobles Restaurant und erstarrt angesichts der schwarzbefrackten Herren im Service fast vor Ehrfurcht. Damit Sie künftig entspannt in noblem Ambiente speisen können, haben wir einige Spielregeln zusammengestellt.

"Ladies first" gilt nicht beim Betreten des Restaurants! Hier geht der Herr vor. Diese Sitte rührt aus alten Zeiten her, in denen der Herr zunächst einen prüfenden Blick in das Lokal warf und dann entschied, ob der Rahmen für die Dame angemessen war. In einfacheren Restaurants bleibt die Tischwahl dem Gast überlassen. In der mittleren und gehobenen Klasse wird in der Regel ein Tisch zugewiesen. Sie legen in jedem Fall richtig, wenn Sie nach einem Tisch fragen.

Für die Garderobe wird in den meisten Lokalen keine Haftung übernommen. Wollen Sie Ihr gutes Jackett nicht unbeaufsichtigt lassen können Sie es auch am Tisch deponieren. Befindet sich die Garderobe nicht in unmittelbarer Nähe des Tisches können Sie auch erst einen Tisch suchen und dort ablegen. Der Herr oder eine Bedienung bringen die Kleidungsstücke dann zur Garderobe.

Der Herr sollte der Dame beim Platznehmen behilflich sein. Mit beiden Händen fasst er den Stuhl an der Lehne, hebt ihn leicht an und zieht ihn vom Tisch ab. Die Dame kann nun bequem zwischen Tisch und Stuhl treten. Der Herr hebt den Stuhl leicht an und schiebt ihn langsam in Richtung Tisch, während sich die Dame gleichzeitig auf die Sitzfläche niederlässt.

Sobald Sie sitzen, nehmen Sie die Serviette aus dem Gedeck und legen Sie auf den Schoß. Der Ober wird nun, bevor er die Speisekarte überreicht, fragen, ob ein Aperitif gewünscht wird. Der Ober alter Schule wird sich damit an den Herren wenden, aber wenn es heute selten noch so förmlich zugeht.

Nebenbei gefragt: Wie macht man eigentlich die Servicekraft auf sich aufmerksam? Fingerschnipsen oder Rufe nach dem Personal durch das Lokal sind grob unhöflich. Wenden Sie sich doch mit einem "Entschuldigen Sie bitte…". Die männliche Bedienung heißt nach wie vor "Ober". Das "Fräulein" als Bezeichnung für die weibliche Bedienung ist jedoch längst out. Mit der Anrede "Frau Ober" liegt man der Gesellschaft für deutsche Sprache aber in jedem Fall richtig.

Sie können nun in Ruhe die Speisekarte studieren. Orientieren Sie sich bei der Zusammenstellung des Menüs an der Hauptspeise.

Die Menüreihenfolge: kalte Vorspeise, Suppe, warme Vorspeise, Sorbet, Hauptgang, Käse, Dessert, Mokka

Wurden Sie eingeladen, sollten Sie bei der Auswahl der Gerichte auf den Geldbeutel des Gastgebers Rücksicht nehmen. Der Gastgeber sollte hierbei ruhig andeuten, in welcher "Kategorie" man sich bewegt. Auf die Frage des Eingeladenen, ob er sich schon entschieden habe, wäre der Hinweis "Das Kalbsfilet soll hier sehr gut sein" hilfreich für den Gast.

Bestellt werden beim Service a lá carte immer zunächst die Vorspeisen und der Hauptgang. Das Dessert wird ausgewählt, wenn noch Platz im Magen ist.

Haben alle am Tisch ihre Wahl getroffen, wird die Speisekarte zugeklappt. Dies ist das Zeichen für die Bedienung, dass die Bestellung aufgenommen werden kann.

Zahlt später jeder die eigene Rechnung, wird auch getrennt bestellt. Lädt der Gastgeber ein, kann er für seine Gäste bestellen oder ihnen die Bestellung selbst überlassen.

Wurde eine Flasche Wein bestellt, wird dem Gastgeber bzw. dem Besteller die Flasche präsentiert. Er prüft, ob es sich um den bestellten Wein und Jahrgang handelt. Dem Gastgeber/Besteller wird ein Probeschluck eingeschenkt, den er testet. Gibt es Grund zur Beanstandung, sollte der Gastgeber/Besteller die Flasche zurück gehen lassen. Hat der Gastgeber/Weintester seine Zustimmung signaisiert, wird den anderen Gästen und zum Schluss ihm eingeschenkt. Wird der Wein mit dem neuen Gang gewechselt, so geschieht dies vor dem Servieren des jeweiligen Gerichts.

Nun werden die Gänge nach und nach serviert. Brot wird dabei nicht wie ein Butterbrot geschmiert, sondern in mundgerechte Stücke gebrochen. Darauf kommt der Aufstrich. Bei warmen Speisen muss dabei nicht gewartet werden, bis alle Gäste am Tisch ihr Gericht servierte bekommen haben. Abgetragen werden sollte dagegen erst, wenn alle das Mahl beendet haben. Beim Abservieren fragt die Bedienung, ob es geschmeckt hat. Diese Frage dürfen Sie ruhig ehrlich beantworten. Nach dem Dessert schließen Sie das Essen mit einem Mokka und einem Digestif ab. Obwohl nur 2 cl eingeschenkt werden, sollte der Digestif in mehreren Schlucken getrunken werden. Es darf zweimal serviert werden.

Die Rechnung wird in der Regel verdeckt gereicht und dem Gastgeber von rechts auf den Platz gelegt. Sofern es strittige Positionen auf der Rechnung gibt, entfernt sich der Gastgeber zum Bezahlen vom Tisch und klärt das Problem mit der Bedienung oder dem Chef der Service. Die übrigen Gäste sollten sich weiter unterhalten, während der Gastgeber die Rechnung prüft. Ist die Rechnung in Ordnung legt der Gastgeber das Geld auf den Rechnungsteller. Der Oberkellner nimmt diesen und bringt ihn samt Wechselgeld zurück. Der Gastgeber nimmt Wechselgeld und Rechnung und lässt ein Trinkgeld nach eigenem Ermessen liegen. Sie können jetzt das Lokal verlassen oder warten, bis der Teller mit dem Trinkgeld wieder abgeholt wird. Zahlen Sie mit Karte, legen Sie die Karte auf den Teller und legen das Trinkgeld in bar dazu.